Die Wendezeit brachte auch für unseren kleinen Betrieb Kurzarbeit mit sich. Danach ging es jedoch ständig aufwärts. Geschäftliche Beziehungen konnten mit Betrieben aus den alten Bundesländern geknüpft werden. Und wieder erwies sich die Werkstatt als zu klein. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden und um den dringend benötigten Maschinenpark unterzubringen, bauten wir 1996 eine weitere Halle mit integrierten Wasch- und Umkleideräumen an.

Chronik einer Schmiede

Vorerst arbeitete Willi Woggon allein in der Schmiede. 1982 wurde dann der erste Lehrling ausgebildet. Bis dahin hatte sich die Arbeit sehr auf das Vorrichten und die Neuanfertigung von Werkzeugen sowie das Beschlagen von Pferden konzentriert.

So konnte im Sommer der Bau der Schmiede auf unserem Grundstück beginnen. Baumaterialien wurden durch Beziehungen erworben und mit dem PKW und dem Hänger heran gefahren. Im September 1978 war die Schmiede fertig und die ersehnte Gewerbegenehmigung erteilt.

Die alte Dorfschmiede in Karsdorf hatte es
Willi Woggon schon in frühester Kindheit angetan.
So entwickelte sich bei ihm nur der eine Berufswunsch: Ich möchte Schmied werden!

Seine Lehre machte er bei einem alten Schmied,
wo er dieses Handwerk von Grund auf erlernte.
Danach war Willi in mehreren kleinen Betrieben
als Schmiedegeselle tätig, bis er 1969 im
VEB Elbenaturstein in Dresden
als Werkzeugschmied eine Arbeitsstelle bekam.

Im Mai 1971 beendete er ein Abendstudium
zum Schmiedehandwerksmeister und
konnte fortan Lehrlinge im Kombinat ausbilden.

Das nächste Ziel des jungen Meisters war nun, selbstständig einen Handwerksbetrieb zu führen.
1972 wurde das jetzige Grundstück gekauft, auf dem vorerst nur das Wohnhaus stand. In der DDR gab es viele Hürden zu bewältigen, um als selbstständiger Handwerker einen privaten Betrieb leiten zu dürfen. Von Seiten des Staates gab es keine Unterstützung, einen Handwerksbetrieb zu eröffnen.

Willi Woggon hätte die Möglichkeit gehabt, von anderen Schmiedemeistern altershalber eine Schmiede zu übernehmen, aber das wäre durch den Staat nur mit Bindung an eine PGH genehmigt worden. Dies war nicht das Ziel des jungen Schmiedemeisters. Nach einem langen Briefwechsel mit der DDR-Regierung lockerte sich Mitte der 70er Jahre die Haltung der Staatsregierung gegenüber der Privatwirtschaft und eine Lockerung der Gesetze war in Sicht.

Für die neue Schmiede wurden Maschinen von anderen Betrieben als gebrauchte abgegeben. Kleingeräte, wie Winkelschleifer und Bohrmaschinen, konnten nur durch “Schmieren mit Westgeld” und Beziehungen gekauft werden.

Im Stahlbau wurden Zäune, Tore, Geländer und Wäschegerüste in kleinen Mengen hergestellt.

Die Nachfrage im Stahlbau und in der Schmiede erhöhte sich ständig, so dass schon bald
ein neuer Lehrling ausgebildet werden konnte.

Zu dieser Zeit war nun wirklich die kleine Schmiede zu eng geworden. Eine Lösung war bald gefunden. Der Nachbar verkaufte Land und wir konnten an unsere Schmiede eine Schlosserei anbauen.

Unsere Familie ist auch gewachsen. In Karsdorf waren wir als die Schmiede mit den 3 Töchtern bekannt, bis dann erst 1993 unser Sohn Peter geboren wurde.

Im Vordergrund unserer Arbeit steht immer die Nähe zum Kunden. Das spiegelt sich
besonders in den Beratungen und der Planung der individuellen Wünsche der Kunden wider.

Wir würden uns freuen, auch für Sie persönlich ein Problem
durch unsere Schmiedearbeiten lösen zu können.

Bitte sprechen Sie uns an.
 

Unser Auftragsvolumen hat sich derzeit so eingepegelt, dass wir mit 3 Schmiede- und Schlossergesellen arbeiten.

Ehefrau Silvia erledigt die gesamte Büroarbeit. Der Meister Willi Woggon steht nach wie vor am liebsten am Schmiedefeuer.